Projektliste als Ergänzung für deine Bewerbung

Für viele Bewerber kann eine Projektliste interessant sein, um im Rahmen der Bewerbung weitere Informationen an den Leser zu transportieren. Wir zeigen dir nun an einem Beispiel, wie die Projektliste gestaltet wird und auf was du besonders achten musst.

Projektliste als Ergänzung für deine Bewerbung
Autor: Dipl.-Wirt.-Inf.
Beitrag aktualisiert: 08.10.2020
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Was ist eine „Projektliste“?

Der Lebenslauf gibt deinen persönlichen und beruflichen Werdegang wieder. Neben Fähigkeiten und Kompetenzen werden Lebensstationen mit zeitlichem Bezug lückenlos dokumentiert. Besonders wichtige Stationen werden in drei Stichpunkten näher beschrieben.

Bewerbern mit umfassenden Berufserfahrungen, ständig wechselnden Aufgabengebieten oder projektorientierter Arbeitsweise reicht dieser begrenzte Raum für eine optimale Präsentation allerdings nicht aus. Wohin also mit den Informationen, ohne den Lebenslauf zu sprengen?

Die Antwort kann eine Projektliste als ergänzende Bewerbungsunterlage sein. Die Projektliste beansprucht für gewöhnlich ein bis zwei DIN-A4-Seiten und enthält eine Auflistung mit abgeschlossenen Projekten und Aufgabenbereichen.

Die Projektliste hilft, deinen Lebenslauf übersichtlicher zu gestalten, indem Informationen aus dem Lebenslauf in die Projektliste ausgelagert werden. Zudem bekommt die Fachabteilung des Unternehmens durch den höheren Detaillierungsgrad einen besseren Eindruck zu deinen Kompetenzen, Fähigkeiten und Erfahrungen.

Die Projektliste ist allerdings kein Freibrief, um den Personalverantwortlichen nun mit einer Informationsflut zu überrollen. Vielmehr müssen die Informationen sorgfältig ausgewählt und aufbereitet werden.

Für wen ist eine Projektliste interessant?

Grundsätzlich ist die Projektliste nicht auf bestimmte Bewerber begrenzt. Es liegt in deiner persönlichen Einschätzung und Notwendigkeit, deine Bewerbung um eine Projektliste zu erweitern. Die Informationen müssen allerdings relevant für die Stelle sein und einen wirklichen Mehrwert darstellen.

Wie erwähnt, eignet sich die Projektliste besonders für Bewerber mit wechselnden Aufgabengebieten. Besonders interessant ist eine Tätigkeitsliste daher für folgende Bereiche:

  • Marketing
  • Architektur
  • Berater / Finanzen
  • Projektleiter und Projektmanager
  • Software-Entwickler
  • Selbständige und Freelancer

Auch für Fach- und Führungskräfte ist eine Tätigkeitsliste sinnvoll, wenn in vielen Projekten gearbeitet wird. Selbstverständlich kann es auch vorkommen, dass der Arbeitgeber explizit von dir eine Projektliste anfordert.

Position in der Bewerbungsmappe

Die Projektliste nimmt in der Bewerbungsmappe die Position der „Dritten Seite“ ein. Sie folgt damit direkt dem tabellarischen Lebenslauf. Bitte beachte, dass jedes näher beschriebene Projekt auch im Lebenslauf an der jeweiligen Station ausgezeichnet wird, zum Beispiel mit:

(weitere Informationen siehe Projektliste in der Anlage)

Inhalte der Projektliste

Was steht aber nun eigentlich in einer Projektliste? Auf den Punkt gebracht, eine Auflistung von Projekten und Aufgabenbereichen, die wichtig für die Stelle sind. Der genaue Inhalt der Tätigkeitsliste ist damit von Bewerbung zu Bewerbung verschieden.

Projekte werden nur einzeln aufgeführt, wenn sie sich wesentlich voneinander unterscheiden. Ansonsten lohnt es sich, nach Kriterien zu suchen, um Projekte zusammen zu fassen.

Zu jedem Projekt lieferst du folgende Angaben:

  1. Projektzeitraum
    Die Projektlaufzeit – von wann bis wann hat das Projekt stattgefunden? In der Regel erfolgt diese Angabe monatsgenau.
  2. Projektbezeichnung
    Der Name des Projekts oder ein aussagekräftiger Projekttitel.
  3. Kunde und Branche
    Der Name des Auftraggebers. Wenn der Kunde nicht genannt werden darf, versuche ihn oder die Branche zu umschreiben.
  4. Rolle / Position
    Deine Rolle im Projekt ist für den Leser eine wesentliche Information. Hast du vielleicht ein Team geführt? Oder warst du ausführende Einheit?
  5. Projektbeschreibung:
    Die Projektbeschreibung kannst du mit einer kurzen Einleitung in Aufsatzform beginnen. Was war das Projektziel? Wer waren deine Projektpartner? Formuliere keinen ausschweifenden Text und verfalle in keine narrative Erzählweise. Anschließend beschreibst du deine Aufgaben übersichtlich in einzelnen Stichpunkten. Nenne wichtige Verantwortlichkeiten, wie Budgetverantwortung oder die Führung von Mitarbeitern.
  6. Technologien / Fähigkeiten:
    Weitere Informationen sind stark abhängig vom konkreten Projekt. So könnten deine erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse, die eingesetzten Technologien und die Projektsprache genannt werden.

Achtung Datenschutz!
Beachte bei den Angaben auch den Datenschutz. Kläre ab, ob die Projektinformationen wirklich an Dritte herausgegeben werden dürfen.

Gestaltung einer Projektliste am Beispiel

Für die Gestaltung gibt es keine konkreten Vorgaben oder festes Regelwerk. Die Zusatzunterlage sollte aber zu deinen anderen Bewerbungsunterlagen passen und ein einheitliches Bild ergeben. Zudem musst du besonderen Wert auf Übersichtlichkeit und eine klare Struktur legen. Daher hat es sich bewährt, das Spaltenlayout aus dem tabellarischen Lebenslauf zur Präsentation der Projekte zu verwenden.

Die Projekte listest du chronologisch rückwärts auf. Du startest mit dem aktuellsten Projekt und arbeitest dich dann schrittweise in die Vergangenheit vor.

Der Personalverantwortliche und die Fachabteilung möchte bestimmte Begriffe in deiner Bewerbung wiederfinden. Hebe wichtige Schlüsselwörter fett hervor, damit sie sofort zugeordnet werden können.

Muster für eine Projektliste
Abbildung: Muster für eine Projektliste

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Unser Fazit

Die Projektliste ist eine Ergänzung zum Lebenslauf und der Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitszeugnis. Wichtige Punkte aus deinem Werdegang werden detaillierter aufgegriffen und erläutert. Eine Projektliste hilft somit, den Lebenslauf schlanker und übersichtlicher zu gestalten und gleichzeitig dem Leser mehr Informationen zur Verfügung zu stellen.

Die Tätigkeitsliste muss allerdings einen wirklichen Mehrwert für deine Bewerbung darstellen. Daher ist es erforderlich, dass du die richtigen Schwerpunkte setzt. Für die Stelle unwichtige Projekte werden nicht genannt.

Als Alternative zur Projektliste kannst du deiner Bewerbung auch Arbeitsproben oder ein Motivationsschreiben als Dritte Seite hinzufügen.

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